Linux Netzwerke


Hostnamen versus IP-Adressen

Wir haben bisher alle Netzverbindungen über die IP-Adressen aufgebaut. Diese Adressen sind zwar logisch aufgebaut, jedoch nicht unbedingt dafür geeignet, dass man sich davon 500 verschiedene merkt. Menschen erinnern sich einfach lieber an Namen als an Nummern.

Um dieser Tatsache Rechnung zu tragen bietet Unix ein System an, wie IP-Adressen mit Namen verknüpft werden können. Die entsprechende Datei hei├čt /etc/hosts und enthält simpel IP-Nummern und dazu passende Namen.

Unter anderen Betriebssystemen, die mit TCP/IP arbeiten gibt es meist auch eine solche Datei, nur wo sie jeweils zu finden ist ist unterschiedlich. Unix beharrt auf /etc. Unix bietet auch noch ein Feature auf Kernelebene. Es existieren immer die Systemaufrufe gethostbyname und gethostbyaddr, die für die Verwaltung der Hostnamen zuständig sind. Weil hier wieder der Kernel selbst für die Umwandlung zuständig ist, können an allen Stellen wo IP-Adressen verlangt werden (ifconfig, route, ping, ...) auch die entsprechenden Namen aus /etc/hosts stehen.

Die Datei hat einen sehr einfachen Aufbau, ein kurzes Beispiel kann das erläutern:



  127.0.0.1     	localhost
  192.168.200.1		hal hal.mydomain.de
  192.168.200.55	FS11 fs11 fs11.mydomain.de 


Jede Zeile (die nicht leer ist oder mit einem # beginnt) enthält eine IP-Adresse und einen oder mehrere Namen. So beschreibt das obige Beispiel drei Rechner, einmal den lokalen Host über das local Loopback. Hier wird also die Adresse 127.0.0.1 mit dem Namen localhost verbunden. In der nächsten Zeile wird die Adresse 192.168.200.1 verbunden mit den Namen hal und hal.mydomain.de. Die dritte Zeile definiert gleich drei Namen für den Rechner 192.168.200.55.

Mit dieser Datei sind wir in der Lage, überall wo eine IP-Adresse stehen sollte immer einen der genannten Namen zu nutzen.

Der gleiche Mechanismus steht für Netzwerkadressen zur Verfügung. In der Datei /etc/networks stehen entsprechende Einträge. Dieser Mechanismus wird aber wesentlich seltener gebraucht, immerhin wird ein route befehl dadurch leichter lesbar wenn statt der Netzadresse hier ein Name steht.

 


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