Unix ist auch im Zeitalter von graphischen Benutzeroberflächen noch immer sehr stark befehlsorientiert. Wer das für einen Nachteil hält, kann zwar heute auf diverse graphische Frontends zurückgreifen, er wird aber nie die ganze Mächtigkeit aus einem System herauskitzeln.

Die ersten Befehle, die hier jetzt dargestellt werden, dienen hauptsächlich dazu, die ersten Schritte im System unternehmen zu können…

1. Syntaktisches zu Unix Befehlen

Unix Befehle werden ähnlich angewandt, wie ihre DOS-Verwandten. Es gibt allerdings ein paar wesentliche Unterschiede:

Grundsätzlich werden Schalter (Optionen, options) NIE mit einem Slash (/) eingeleitet, wie es bei DOS der Fall ist. Statt dessen steht fast immer ein Minuszeichen (-). Der Grund ist einfach, ein Slash ist unter Unix ja das Trennzeichen für Verzeichnisnamen. Ein DIR /P wäre also der Befehl, sich das Verzeichnis P auf der Wurzel anzeigen zu lassen…

Bei DOS war es üblich, nach einem Befehl die Parameter anzugeben und danach eventuelle Schalter anzufügen. Auch das ist bei Unix genau umgekehrt. Nach einem Befehl folgen immer erst die Schalter und dann die Parameter. Auch dafür gibt es einen Grund, Unix Befehle verarbeiten fast immer beliebig viele Parameter. Es muß daher möglich sein, erst die Schalter anzugeben und dann – etwa automatisiert noch 100 Parameter dahinter.

Und nochmal: Es wird grundsätzlich zwischen Groß- und Kleinschreibung unterschieden. Auch bei Befehlen, Parametern und Schaltern.

2. Befehle für Verzeichnisse

cd VerzeichnisWechselt ins angegebene Verzeichnis.
Dabei muß immer (auch bei ..) ein Leerzeichen zwischen dem Befehl und dem Parameter stehen.
mkdir VerzeichnisErstellt ein neues Verzeichnis.
rmdir VerzeichnisLöscht ein leeres Verzeichnis.
pwdGibt das aktuelle Verzeichnis aus (Print Working Directory)
ls VerzeichnisZeigt den Inhalt eines Verzeichnisses
Entspricht dem DOS DIR Befehl. Wenn das Verzeichnis weggelassen wird, so wird der Inhalt des aktuellen Verzeichnisses angezeigt.
ls -l VerzeichnisWie ls aber mit mehr Details. (List long)

3. Befehle zum Umgang mit Dateien

cp Quelldatei(en) ZielKopiert die Quelldatei(en) ins Ziel.
Wenn mehrere Dateien gleichzeitig kopiert werden, muß der letzte Parameter ein Verzeichnisname sein.
cp -r Quelldatei(en) ZielKopiert rekursiv ganze Verzeichnisbäume mit.
mv Quelle ZielVerschiebt die Quelldatei(en) ins Ziel.
Falls es mehrere Dateien sind muß auch hier das Ziel ein Verzeichnis sein. mv entspricht bei Verzeichnissen einem RENAME unter DOS.
rm Datei(en)Löscht Dateien (remove).
rm -i Datei(en)Löscht Dateien nach Abfrage (remove interactive).
rm -r Datei(en)Löscht Dateien und ganze Verzeichnisbäume (remove recursive).
less DateinameProgramm zum Lesen einer Textdatei

4. Befehle die die Userverwaltung betreffen

whoZeigt an, wer gerade im System ist.
who am IGibt aus, unter welchem Namen man gerade eingeloggt ist.
(Wenn zwei Parameter angegeben werden, gibt who immer den eigenen Namen aus. Es ist also auch möglich zu schreiben „who mom likes“).
whoamiGibt auch den eigenen Namen aus. Im Unterschied zu „who am i“ wird aber der gerade aktuelle Name (effevtive UID) und nicht die reale UID ausgegeben.
passwdProgramm zum Wechsel des eigenen Passworts.

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