Syntax

chattr
[ -RV ] [ -v version ] [ Modus ] Dateien

Beschreibung

chattr ändert Dateiattribute auf einem EXT2 Dateisystem.

Das Format für den angegebenen Modus ist +-=[ASacdistu].

Der Operator + fügt die ausgewählten Attribute zu den schon existierenden hinzu, - entfernt die angegebenen Attribute von den schon bestehenden und = setzt die angegebenen Attribute als die einzigen Attribute der angegebenen Dateien.

Die Buchstaben ASacdijsu bezeichnen die neuen Attribute für die Dateien: „Zugriffszeit nicht aktualisieren“ (A), „Synchrone Updates“ (S), „Nur Anhängen“ (a), „Komprimiert“ (c), „Kein Dump“ (d), „Unveränderbar“ (i), „Data Journaling“ (j), „Sicheres Löschen“ (s) und „Unlöschbar“ (u).

Optionen

-R
Rekursives Verändern der Attribute von Verzeichnissen und den darin enthaltenen Dateien. Symbolische Links innerhalb der Verzeichnisse werden dabei ignoriert.
-V
Ausführliche Ausgabe während der Ausführung und Ausgabe der Versionsnummer von chattr
-v Version
Setzt die Versions-/Generierungsnummer der Datei(en)

Attribute

Wenn eine Datei, deren A-Attribut gesetzt ist verändert wird, wird der Eintrag der Zugriffszeit (atime) nicht verändert. Das spart etwas an IO-Aktivitäten speziell für Laptops.

Eine Datei mit a-Attribut kann nur im Anhängen-Modus geöffnet werden (schreibend). Nur der Superuser kann dieses Attribut setzen oder entfernen.

Eine Datei mit dem c-Attribut wird automatisch vom Kernel komprimiert auf der Platte gespeichert. Ein Lesezugriff auf diese Datei gibt unkomprimierte Daten zurück, ein Schreibvorgang komprimiert die Daten automatisch.

Eine Datei mit gesetztem d-Attribut ist kein Kandidat für ein Backup mit dem dump Programm.

Eine Datei mit gesetztem i-Attribut kann nicht modifiziert werden. Sie kann weder gelöscht, noch umbenannt werden, es kann kein Hardlink auf sie angelegt werden und keine Daten können angehängt werden. Nur der Superuser kann dieses Attribut setzen oder entfernen.

Eine Datei mit gesetztem j-Attribut bekommt alle Daten, die in sie geschrieben werden zuerst in das ext3-Journal eingetragen, bevor sie tatsächlich in die Datei geschrieben werden, wenn das Dateisystem mit der Option „data=ordered“ oder „data=writeback“ gemountet wurde. Wurde das Dateisystem mit der Option „data=journalled“ gemountet hat dieses Attribut keine Bedeutung, da sowieso alle Daten ins Journal aufgenommen werden.

Wenn eine Datei das s-Attribut gesetzt hat, werden alle Blöcke dieser Datei beim Löschen der Datei mit Nullzeichen überschrieben.

Wenn eine Datei das S-Attribut gesetzt hat, und modifiziert wird, werden die Modifikationen synchron auf die Platte geschrieben. Das entspricht der Mount-Option sync.

Eine Datei mit gesetztem t-Attribut kann sich nicht den letzten Block mit anderen Dateien teilen (auf Dateisystemen, die das unterstützen). Das ist notwendig für Anwendungen wie LILO, die direkt auf das Dateisystem zugreifen und nichts von geteilten Blöcken wissen.

Wenn eine Datei mit gesetztem u-Attribut gelöscht wird, werden ihre Inhalte gesichert, so daß sie wiederhergestellt werden kann.

Autor

Remy Card <Remy.Card@linux.org>

Siehe auch

lsattr(1)