Syntax

/usr/sbin/rpc.mountd   [Optionen]

Beschreibung

Das rpc.mountd Programm implementiert das NFS-Mountprotokoll. Wenn es eine Mount-Nachfrage von einem NFS-Client bekommt, vergleicht es diese Nachfrage mit der Liste der augenblicklich freigegebenen Dateisysteme. Wenn der Client authorisiert ist, das angefragte Dateisystem zu mounten, erstellt rpc.mountd eine Dateihandle für das angefragte Verzeichnis und übergibt es an den Client.

NFS-Dateisysteme exportieren

Die Freigabe von Dateisystemen an NFS-Clients wird exportieren genannt.

Gewöhnlich sind die freigegebenen Dateisysteme und die Rechner, die diese Dateisysteme mounten dürfen in der Datei /etc/exports aufgelistet. Durch den Aufruf von exportfs -a während des Bootvorgangs werden alle dort genannten Dateisysteme als freigegeben gekennzeichnet. Das exportfs Kommando macht die Export-Information sowohl für das NFS-Kernelmodul, als auch für rpc.mountd verfügbar.

Alternativ dazu können individuelle Verzeichnisse temporär freigegeben werden, indem die host:/Verzeichnis Syntax von exportfs benutzt wird.

Die rmtab-Datei

Für jede Mountnachfrage, die von einem NFS-Client erhalten wurde, schreibt rpc.mountd einen Eintrag in die Datei /var/lib/nfs/rmtab. Wenn eine entsprechende Unmount-Nachfrage kommt, wird der Eintrag wieder entfernt.

Diese Datei dient hauptsächlich als Schmuck. Erstens kann der Client weiterhin die übergebene Datei-Handle nutzen, auch wenn schon die UMOUNT-Prozedur von rpc.mountd abgearbeitet wurde und zweitens bleibt ein Eintrag in rmtab, wenn der Client neu bootet, ohne vorher die UMOUNT-Prozedur aufzurufen.

Optionen

-F, --foreground
Wird im Vordergrund gestartet (läuft also nicht als Daemon).
-f, --exports-file
Gibt eine alternative Exports-Datei an. Voreingestellt ist /etc/exports.
-h, --help
Gibt einen kurzen Hilfetext aus und beendet dann das Programm.
-o Zahl, --descriptors Zahl
Setzt die maximale Anzahl offener Dateideskriptoren auf Zahl. Voreingestellt ist 256.
-N, --no-nfs-version
Diese Option kann benutzt werden, um klarzustellen, daß rpc.mountd bestimmte NFS-Versionen nicht unterstützt. Die aktuelle Version von rpc.mountd unterstützt sowohl die NFS-Version 2, als auch die neuere Version 3. Wenn das NFS-Kernelmodul ohne Unterstützung von NFS3 kompiliert wurde, sollte rpc.mountd mit der Option –no-nfs-version 3 gestartet werden.
-n, --no-tcp
TCP wird nicht zum Mounten benutzt.
-p, --port
Zwingt rpc.mountd den angegebenen Port zu benutzen, anstatt den zufälligen Port, den ihm der Portmapper zugewiesen hat.
-V, --nfs-version
Zeigt die NFS-Versionen, die rpc.mountd unterstützt.
-v, --version
Gibt die Versionsnummer aus und beendet das Programm.

TCP-Wrapper Unterstützung

Diese Version von rpc.mountd wird durch die tcp-wrapper-Library beschützt. Damit die Clients rpc.mountd benutzen können, müssen sie Zugriff darauf gewährt bekommen. Um diesen Zugriff beispielsweise allen Rechnern der Domain bar.com zu gewähren, könnte folgende Zeile in /etc/hosts.allow stehen:

  mountd: .bar.com

Der Name des Daemons muß grundsätzlich mountd heißen, auch wenn die verwendete Binärdatei einen anderen Namen trägt.

Siehe Auch

rpc.nfsd(8) , exportfs(8) , exports(5) , rpc.quotad(8) .

Autor

Olaf Kirch, Bill Hawes, H. J. Lu, G. Allan Morris III, und einige Anderen.

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